Halbfinale: TSV Jona - TVV Vaihingen/Enz (GER)
Platzierungsspiel: TSV Jona - Askö Linz Urfahr (AUT) od. FB Widnau (SUI)


Im österreichischen Linz kämpfen die Faustballer des TSV Jona am kommenden Wochenende um den Europapokal der Herren (Homepage Ausrichter).

Es ist schon geschlagene 13 Jahre, dass der TSV Jona beim höchsten europäischen Wettbewerb eine Medaille gewann und damals reichte es in der heimischen Sporthalle Grünfeld zum dritten Platz beim Hallen-Europapokal. In den darauffolgenden Jahren erzielte die damalige erste Herrenmannschaft mit dem zweiten Platz beim IFA-Pokal im Jahre 1998 sowie dem IFA-Pokalsieg ein Jahr später die grösste Vereinserfolge auf internationalem Parkett. Bei der letzten Teilnahme am Europapokal (2002) reichte es für die Joner nur zu einem abgeschlagenen vierten Platz und kehrte somit ohne einen Podestplatz heim.

 

Klarer Aussenseiter im Konzert der Meister
Durch den überraschenden Gewinn des Schweizer Vizemeistertitels qualifizierte sich die noch junge Mannschaft von Trainer Marcel Cathomas für den diesjährigen „Sparkassen OÖ Europapokal“, da der zweite Schweizer Vertreter FB Widnau in der letzten Saison neben dem Schweizer Titel auch die Europäische Krone gewann und somit Jona weiterer eidgenössischer Vertreter zur Teilnahme berechtigt ist. Neben diesen beiden Teams nehmen noch der Deutsche Meister TVV Vaihingen/Enz und der ausrichtende österreichische Staatsmeister FBC ASKÖ Urfahr an diesem Event teil. Innerhalb dieses hochdekorierten Teilnehmerfeldes ist das Joner Team in der klaren Position des Aussenseiters – immerhin können alle anderen Vereine Europapokal-Triumphe in jüngster Vergangenheit vorweisen. Gemäss den Einschätzungen der Experten ist ein voraussichtliches Finale zwischen dem Ausrichter Linz und dem Deutschen Vertreter zu erwarten. Doch die St. Galler streben an diesem Wochenende nach einer Sensation und reisen mit dem Ziel eines Medaillengewinns nach Linz. Wenn dies nicht der Fall wäre, müsse man nicht die knapp siebenstündige Anreise nach Oberösterreich in Kauf nehmen, so Vereinspräsident Martin Grögli.


Deutscher Meister als Halbfinalgegner
Im Februar fand unter der Aufsicht des IFA Delegierten Winfried Kronsteiner die Auslosung der Halbfinalpaarungen für den diesjährigen Feld-Europapokal der Herren statt und dem TSV Jona wurde dabei der amtierende Meister aus Deutschland zugelost. Die Schwaben dominieren seit knapp 1,5 Jahren die deutsche Bundesliga und machten im Januar mit dem erstmaligen Gewinn des Hallen-Europapokals auch international auf sich aufmerksam. Dies und die Tatsache, dass gleich vier Vaihinger den Kern des aktuellen Deutschen Nationalmannschaftskader für die World Games in Taiwan stellen, bringt den TVV Vaihingen/Enz in die Favoritenrolle gegenüber den Schweizern. Aber die Mannschaft um Captain Reto Castellucci möchte seine derzeitige gute Form sowie die ausgezeichneten Resultate in der laufenden Nationalliga A Saison auch gegen die Deutschen aus dem Stuttgarter Raum unter Beweis stellen und spekuliert auf einen Überraschungscoup. Wenn es gelingt mit dem eigenen Service von Cyril Jäger die Vaihinger Defensive genügend stark unter Druck zu setzen, sodass deren Angreifer nicht in Szene gesetzt werden kann, dann ergeben sich für die Männer vom Oberen Zürichsee sicherlich Chancen auf Satzgewinne. Anders als im Ligabetrieb wird beim Pokal der Landesmeister im Modus best-of-seven gespielt und so benötigt ein Team vier Satzgewinne zum Erfolg. Auf diesem internationalen Topniveau spielen auch die Abwehrreihen eine enorm wichtige Rolle und so wird die Defensive um Nationalspieler Marco Baumann sowie den deutschen Zuspieler Sebastian Kammer äusserst gefordert sein. Nur wenn es beim TSV Jona sehr gut läuft, liegt die Qualifikation für das Finale am Sonntag drin. Von Joner Seite hat man sich sehr akribisch im Laufe der Saison auf diesen Höhepunkt vorbereitet und das straffe Trainingsprogramm des Trainerstabes bei jeglichen Witterungsbedingungen absolviert. Bis auf den noch längerfristig an der Schulter verletzten Angreifer Fabian Zahner kann Coach Marcel Cathomas auf den kompletten Spielerkader zurückgreifen, da auch der sich im Auslandssemester befindliche Exnationalspieler Mario Studer in Linz zur Mannschaft stossen wird. Nun bleibt es abzuwarten inwiefern sich die mangelnde internationale Spielpraxis auf die Partie gegen Vaihingen auswirkt.


Medaillenchance vorhanden

Der zweite Finalteilnehmer wird zwischen dem Titelverteidiger FB Widnau und dem Österreichischen Meister Linz/Urfahr ermittelt. Trotz ihres Vorjahreserfolges befinden sich die Rheintaler dieses Mal in der Aussenseiterrolle, da man ohne einen etatmässigen Angreifer in die oberösterreichische Landeshauptstadt reist. Aus diesem Grund ist ein eventuelles rein schweizerisches Duell um die Bronzemedaille wahrscheinlich und in diesem Match rechnet sich die Joner Mannschaft gute Chancen aus. So konnte man vor knapp einen Monat Widnau zum ersten Mal seit Jahren wieder bezwingen und geht selbstbewusst in das Europapokal-Wochenende. Mit Sicherheit sind spannende und hochstehende Partien beim Kampf um den Titel der besten Mannschaft Europas in Linz zu erwarten.


Im Einsatz stehen
Marco Baumann, Roger Beeler, Reto Castellucci, Cyril Jäger, Sebastian Kammer, Patrick Kuster, Mario Studer, Martin Tremp, Fabian Zahner (verletzt), Marcel Cathomas (Trainer), Valentin Haag (Coach)