Im heimischen Joner Grünfeld kämpfen die Faustballerinnen des TSV Jona am Wochenende beim EFA 2017 Women's Champions Cup Indoor um den kontinentalen Meistertitel.

damen1 tnDank der erfolgreichen letztjährigen Titelverteidigung qualifizierte sich die 1. Damenmannschaft des TSV Jona als Schweizer Hallenmeister für ihre insgesamt dritte Teilnahme EFA Fistball Women's Champions Cup Indoor. Bei ihren beiden vergangenen Teilnahmen im Jahre 2014 und 2017 konnten man bisher einmal die Bronzemedaille feiern. Mit der Schweiz als turnusgemässem Ausrichter trat der nationale Verband mit der Bitte an den TSV Jona heran, ob man nach zuletzt zwei Europapokalen auf dem Feld auch diesen Event bei den Frauen übernehmen können. Mit dem Minimalziel eines weiteren Podestplatzes für unsere Frauen im Hinterkopf zeigte man sich auf Seiten der Vereinsführung gerne bereit die Ausrichtung zu übernehmen.

 

Realistische Chance auf Edelmetall

Mit dem Gewinn ihres bereits dritten Schweizer Meistertitels in der Halle qualifizierte sich die Mannschaft von Trainer Martin Stoob als eidgenössischer Landesvertreter für den diesjährigen EFA Fistball Women's Champions Cup Indoor. Neben den St. Gallerinnen, die gleichzeitig auch als Ausrichter fungieren, nehmen noch Titelverteidiger TSV Dennach, der Deutsche Meister Ahlhorner SV sowie der österreichische Staatsmeister Union Haidlmair Schwingenschuh Nussbach an diesem Event teil. Innerhalb dieses hochdekorierten Teilnehmerfeldes sind das Joner Team wie auch der österreichische Vertreter eher in einer gewissen Aussenseiterrolle zu sehen, wobei beide Teams durchaus berechtigte Chancen und Hoffnungen auf eine Finalteilnahme haben. Die beiden Vertreter aus Deutschland sind im Vorfeld favorisieren denn beide Vereine können bereits mehrere Europapokal-Triumphe in ihrem Palmares vorweisen. Doch die Jonerinnen streben an diesem Wochenende primär eine Medaille an, liebäugeln jedoch offen mit einer Überraschung und wollen unbedingt erstmalig auch in der Halle ins Finale einziehen.

 

Titelverteidiger aus Deutschland erneut als schwerstmöglicher Halbfinalgegner

Im Dezember fand in Jona die Auslosung der Halbfinalpaarungen für den diesjährigen EFA Fistball Women's Champions Cup Indoor statt und das Glück war zum widerholten Male nicht auf Seiten der Jonerinnen, denn wie schon bereits bei den vergangenen europäischen Hallen-Events trifft man bereits im Halbfinale auf den amtierenden Europapokalsieger (Feld & Halle) aus dem deutschen Dennach. Die erfolgsverwöhnten Dennacherinnen konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche nationale und internationale Erfolge feiern und entwickelten sich im Europa zum non plus ultra des Damen-Faustballs. Zwar mussten die Damen aus dem Schwarzwald im 2017 teilweise bittere Niederlagen an den deutschen Meisterschaften sowie dem Weltpokal in Brasilien hinnehmen, doch in der noch jungen Hallensaison wusste Dennach trotz Trainingsrückstand bereits wieder zu überzeugen. Jona kennt seinen Konkurrenten bereits von zahlreichen Partien auf dem Feld bestens, konnte die Deutschen des Öfteren ärgern und wird deshalb in der Rolle des Spielverderbers agieren. Beide Mannschaften sind gespickt mit zahlreichen, hochdekorierten Nationalspielerinnen und dementsprechend kennen sich die einzelnen Protagonistinnen bereits von zahlreichen Vergleichen in den letzten Jahren. Die Mannschaft von Trainer Martin Stoop muss sich folgerichtig nicht verstecken und möchte an die gezeigten Leistungen des letztjährigen Halbfinals anknüpfen als man Dennach bei der umkämpften und engen 1:4-Niederlage über die gesamte Dauer der Partie mehr als fordern konnte. Allerdings ist man sich bewusst, dass vor allem die äusserst starke deutsche Konkurrenz in der Halle beim Kampf um die Medaillen zu favorisieren ist und es schwer sein wird den angestrebten Sieg im Halbfinale zu erreichen. Ausschlaggebend wird hierbei vor allem das eigene Service sein, denn nur wenn es damit gelingt die gegnerische Defensive genügend stark unter Druck zu setzen, sodass Dennachs Ausnahmeangreiferin nicht optimal in Szene gesetzt werden kann, dann ergeben sich für die Frauen vom Oberen Zürichsee Chancen auf Satzgewinne. Anders als im nationalen Spielbetrieb wird beim Pokal der Landesmeister im Modus best-of-seven gespielt und so benötigt jede Mannschaft vier Satzgewinne zum Sieg. Auf diesem euroöischen Topniveau und vor allem in der Halle spielen auch die Abwehrreihen eine enorm wichtige Rolle und so wird die Joner Defensive äusserst gefordert sein. Nur wenn es beim TSV Jona sehr gut läuft, liegt die Qualifikation für das Finale am Sonntag drin. Von Joner Seite sieht man sich trotz der durch die Festtage bedingten zweiwöchigen Trainingspause dennoch ausreichend für diesen ersten Saisonhöhepunkt gewappnet. Martin Stoob kann auf den kompletten Spielerkader zurückgreifen und sämtliche Spielerinnen sollten fit sein für diese Herausforderung. Nun bleibt es abzuwarten inwiefern der TSV Jona einen allfälligen Heimvorteil für die Partie gegen Dennach nutzen kann.

 

Weitere internationale Schwergewichte als Teilnehme

Der zweite Finalteilnehmer wird im vorgängigen Halbfinalduell zwischen dem Deutschen Meister Ahlhorner SV und den Österreicherinnen der Union Haidlmair Schwingenschuh Nussbach ermittelt. Im Vergleich dieser beiden Mannschaften sind die Österreicherinnen in einer leichten Aussenseiterrolle zu sehen, wobei Nussbach in seinem Kader ebenfalls auf zahlreiche gestandene Nationalspielerinnen zurückgreifen kann. Die Norddeutschen weisen eine gute Mischung aus routinierten Spielerinnen und jungen Talenten auf und konnten sowohl in der Vergangenheit als auch zuletzt im Sommer ebenfalls in Jona mit dem Gewinn der Silbermedaille auf internationaler Bühne überzeugen. Nachdem der Grossteil der teilnehmenden Teams bereits im letzten Jahr um den europäischen Hallentitel kämpfte bleibt abzuwarten ob es dieses Mal einen anderen Ausgang geben wird. Rein auf dem Papier und gemäss den Expertenerwartungen müsste es am Sonntag zur Neuauflage des rein deutschen Finals kommen, wohingegen das Heimteam aus Jona ein offener in der Partie um Bronze gegen den österreichischen Staatsmeister bevorstehen würden. Die Jonerinnen wollen zu Hause unbedingt ihre zweite international Medaille in der Halle erringen und haben dafür zwei Chancen, wobei die erstmalige Finalteilnahme insgeheim das Ziel der Mannschaft ist. Mit Sicherheit sind spannende und hochstehende Partien beim Kampf um den Titel der besten Hallen-Mannschaft Europas in Jona zu erwarten.

 

Kader: Tina Baumann, Natalie Berchtold, Nicole Münzing, Janine Stoob, Celina Traxler, Katja Winiger, Jacqueline Merk, Martin Stoob (Trainer)