Vorrunde:  
TSV Jona - STV Schlieren (SUI) 3:0 (11:9/11:4/14:12)
TSV Jona - SV Moslesfehn (GER) 3:2 (8:11/11:5/13:11/7:11/11:7)
TSV Jona - FSC Wels 08 (AUT) 3:0 (11:4/11:5/11:4)
   
Halbfinale und Finale:  
TSV Jona - FBC ABAU Linz Urfahr (AUT) 3:0 (11:9/11:9/11:7)
TSV Jona - TSV Dennach (GER) 2:3 (11:8/11:9/13:15/3:11/5:11)


Den Frauen des TSV Jona bleibt beim Women’s Champions Cup nach einer mehr als überzeugenden Leistung die ganz grosse Überraschung leider verwehrt.

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Nachdem der letzte Punkt des Finals zwischen dem alten und neuen Titelträger TSV Dennach (GER) gespielt war, flossen bei den Jonerinnen bittere Tränen und alle stellten sich die Frage „Gold verloren oder Silber gewonnen?“. Mit etwas Abstand hatten die Spielerinnen von Trainer Martin Stoob ihr Strahlen wiedergefunden und jubelten über die gewonnene Silbermedaille. Diese Einschätzung wurde auch von ganzen Verein sowie dem Grossteil der knapp 400 Zuschauer im Stadion Grünfeld bestätigt. So nah am erstmaligen Gewinn des EFA Women’s Champions Cup war vorher noch keine Schweizer Mannschaft, weshalb dieser Erfolg besonders einzuordnen ist. Die zweite Finalteilnahme an einer internationalen Vereins-Veranstaltung in Serie sicherte sich das Heimteam mit einem überzeugenden 3:0-Erfolg im Halbfinale gegen den aktuellen österreichischen Staatsmeister FBC ABAU Linz Urfahr. Das hochstehende Finale, welches besten Frauen-Faustball bot, entwickelte sich im Anschluss zu einem Drama in drei Akten.

Souveräner Gruppensieg trotz gewisser Anfangsnervosität
In den Gruppenspielen vom Samstag spielten die Frauen des TVS Jona in einer Gruppe mit Schlieren, Moslesfehn und Wels. Zunächst konnte Jona bei schwierigen und nassen Bodenverhältnissen die Schweizer Konkurrenz aus Schlieren trotz engen Satzresultaten letztendlich klar mit 3:0-Sätzen bezwingen und somit den Grundstein für einen erfolgreichen weiteren Verlauf des Europapokals legen. Gegen Moslesfehn, eine kampfstarke und im Kader breit aufgestellte Mannschaft aus Norddeutschland, kamen die Jonerinnen zunächst nicht wie gewünscht in die Partie und gerieten mit 0:1-Sätzen in Rückstand. Die Schweizerinnen kämpften sich aber zurück und gingen nach Sätzen 2:1 in Führung. Nachdem jedoch aus Moslesfehn reagieren und in Sätzen zum 2:2 ausgleichen konnte, musste ein fünfter Durchgang die Entscheidung bringen. Hier gelang es dem gastgebenden TSV Jona frühzeitig die Oberhand zu gewinnen und auf Grund eines 11:7-Satzerfolges diese so wichtige Partie mit 3:2-Sätzen für sich zu entscheiden. Nach diesen beiden Auftakterfolgen befand man sich in Bezug auf die angestrebte Halbfinalqualifikation bereits frühzeitig im Fahrplan, wobei ein abschliessender Sieg gegen die Österreicherinnen aus Wels den Gruppensieg bedeuten würde. Im Stile einer europäischen Spitzenmannschaft sicherten sich die Jonerinnen eben diesen ersten Gruppenrang dank einer äusserst souveränen Leistung. Der FSC Wels 08, gegen welchen man sich im Vorjahr erst nach fünf hart umkämpften Sätzen durchsetzen konnte, wurde vom TSV Jona mittels drei mehr als klaren Satzerfolgen glatt mit 3:0 bezwungen.

Jonerinnen mit verdientem Finaleinzug
In der Neuauflage des letztjährigen Halbfinals trafen die Ostschweizerinnen auf den Zweiten der anderen Vorrundengruppen, den FBC ABAU Linz Urfahr (AUT), welcher eine Woche zuvor äusserst souverän seinen nationalen Staatsmeistertitel verteidigen konnte. Bei sommerlichen Temperaturen und nun idealen Bodenverhältnissen offenbarte Jona neben seinem spielerisches Können auch Nervenstärke, denn man konnte sich den umstrittenen ersten Satz entscheidenden Schlussphase sichern. Anschliessend bewies das Team um die beiden an diesem Wochenende überragend agierenden Angreiferinnen Celina Traxler und Janine Stoob auch seinen Kampfgeist, denn im zweiten Abschnitt drehte der TSV Jona einen 5:8-Rückstand unter dem Jubel der eigenen Fans zur 2:0-Satzführung. Damit schien der Linzer Widerstand gebrochen zu sein, denn im dritten Durchgang übernahmen die Jonerinnen von Beginn an das Spieldiktat. Ein schnell herausgespielter und beruhigender Vorsprung von 7:3 bildete die Grundlage für den abschliessenden 11:7-Satzerfolge und den damit einhergehenden Einzug in das Finale um den diesjährigen EFA Women’s Champions Cup.

Zwei vergebene Matchbälle führen zu dramatischer Finalniederlage
Im Finale trafen mit Dennach und Jona zwei Teams aufeinander, welche zur Zeit ihre nationalen Meisterschaften dominieren und zudem jeweils vier aktuelle Nationalspielerinnen in ihren Reihen haben, welche im Herbst bei der Weltmeisterschaft in Brasilien ihre Landesfarben vertreten werden. Die Jonerinnen übernahmen von Beginn an das Zepter und erspielten sich dank eines schnörkellosen und mehr als überzeugenden Auftritts eine 2:0-Satzführung. Zu diesem Zeitpunkt schienen die im Vorfeld klar favorisierten Dennacherinnen ziemlich ratlos, denn Jona fand immer wieder Antworten auf sämtliche gestellten Aufgaben der Deutschen. Im dritten Durchgang besassen die Gastgeberinnen beim Stand von 11:10 und 12:11 zweimal die Möglichkeit, alles klar zu machen und den diesjährigen EFA Women’s Champions Cup zu gewinnen. In beiden Fällen verzog Celina Traxler ihre Angriffsversuche äusserst knapp und man musste diesen Satz doch noch mit 13:15 verloren geben. Schlussendlich sollte dies der Zeitpunkt sein in welchem das Momentum gegen Jona drehte und sich der Spielverlauf zu Gunsten des TSV Dennach drehte. Den schon sichergeglaubten Titelgewinn aus den Augen verlierend, gelang es Jona nicht mehr sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen. Die Folge daraus waren zwei klare Satzerfolge für den deutschen Vertreter, der damit seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen konnte.

Finale verloren aber grossen Respekt und Anerkennung gewonnen
Die starken Leistungen der Jonerinnen wurden jedoch auch von ihren Dennacher Konkurrentinnen gewürdigt, denn die Spielerinnen beider Teams kennen sich schon lange und respektieren sich gegenseitig. Gemäss den Aussagen einiger Akteurinnen des TSV Dennach hatte man sich auf Seiten der Süddeutschen bei den beiden Matschbällen bereits mit einer 0:3-Niederlage abgefunden, welche in dieser Höhe zu diesem Zeitpunkt gerechtfertigt gewesen wäre. Obwohl es letztendlich doch anders gekommen ist, wurden die starken Leistungen des Heimteams mit der Nomination von Celina Traxler, Natalie Berchtold und Nicole Münzing in das Allstar-Team gewürdigt. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Frauen des TSV Jona ihren Platz in der internationalen Elite gefestigt haben und hoffentlich auch zukünftig weiterhin um die Medaillen sowie Titel auf europäischer Ebene kämpfen werden. Diese Einschätzung wurde auch von zahlreichen, anwesenden nationalen und internationalen Experten, Trainern sowie den Nationaltrainern aus der Schweiz und Deutschland geteilt.  
 

Im Einsatz standen
Tina Baumann, Natalie Berchtold, Nicole Münzing, Janine Stoob, Celina Traxler, Katja Winiger