2016 werbung womens champions cup tnInterview mit Martin Stoob, Trainer TSV Jona Faustball, mit Hinblick auf den bevorstehenden EFA Fistball Women's Champions Cup.

Schon einige Erfolge hat Martin Stoob in seiner langen Faustball-Karriere miterleben dürfen – sowohl als Spieler als auch Trainer. Seit mehr als fünf Jahren ist der heute 55-Jährige der Meister-Coach des Joner Frauen-Fanionteams in welchem auch seine Tochter spielt.

Sie betreuen die Mannschaft nun schon seit mehreren Jahren. Welche Entwicklungen konnten Sie beobachten?

Ich habe damals eine sehr junge und äusserst talentierte Mannschaft übernommen, welche sich gerade erst in die Nationalliga A etabliert hatte. Im Laufe der Jahre sind die Spielerinnen nicht nur vom Alter her reifer geworden sondern auch vom verhalten her. Auf den Faustball bezogen agieren Sie nun auf und neben dem Platz selbstständiger und wissen von den gemachten eigenen Erfahren zu profitieren. Mittlerweile haben wir mehrere gestandene Nationalspielerinnen und je nach Situation auch verschiedene Leaderinnen innerhalb der Mannschaft. Aus den jungen Teenagern sind erwachsene, selbstbewusste junge Frauen geworden.

In der nationalen Feld-Meisterschaft ist der TSV Jona seit Jahren ungeschlagen. Inwiefern erfreut oder betrübt dieser Umstand Sie?

Auf der einen Seite ist es natürlich erfreulich, dass sich die Mannschaft für die jahrelange Arbeit mit Siegen und einhergehenden Titelgewinnen belohnen kann. Andererseits ist es gerade mit Hinblick auf internationale Events wie z.B. den EFA Fistball Women's Champions Cup aber auch in Bezug auf die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft unvorteilhaft, dass die nationale Meisterschaft in der Spitze doch relativ schwach besetzt ist. Gerade für uns ist dies problematisch und ein grosser Nachteil im Vergleich zu den internationalen Spitzenteams aus Deutschland und Österreich. Motivationstechnisch ist es eine grosse Herausforderung im Training entsprechende Reizpunkte setzen zu können um für die internationalen Wettkämpfe gewappnet zu sein.

Ausgehend von dieser Analyse. Wie schätzen Sie die Konkurrenz ein und welche Rolle kann der TSV Jona am Wochenende spielen?

Meiner Meinung nach zählen Dennach und Linz Urfahr zu den Top-Favoriten um den Titel, denn beide Teams sind die nationalen Meister und verfügen über zahlreiche Nationalspielerinnen in ihren Reihen. Dennach ist zudem sowohl in der Halle als auch auf dem Feld der Titelverteidiger auf europäischer Ebene. Zudem sind sowohl Wels, der letztjährige Dritte, als auch wir die wahrscheinlich aussichtsreichsten Kandidaten auf einen Platz im Halbfinale. Die beiden anderen deutschen Mannschaften kann ich leider nicht einschätzen, da wir die Teams aus Norddeutschland nicht so gut bzw. gar nicht kennen. Die anderen Schweizer Teams aus Oberentfelden-Amsteg und Schlieren nehmen wohl eher eine Aussenseiterrolle ein.

Somit strebt Jona eine Platzierung unter den Top Vier an. Was braucht es dazu und wie ist der Formstand des Teams?

Also die Mannschaft hat sich fest vorgenommen auch dieses Jahr ins Halbfinale einzuziehen und somit Chancen auf einen neuerlichen Medaillengewinn zu haben. Ob es letztendlich dazu kommen wird, hängt von vielen Faktoren wie spielerische Belastung, Verletzungspech und letztendlich auch Wettkampfglück ab. Die Leistungskurve zeigte in den letzten Training jedoch in die richtige Richtung und die Mannschaft besitzt mittlerweile auch über genug internationale Wettkampfhärte um auch in engen Drucksituationen bestehen zu können. Nun gilt es das gesamte Potenzial auch am Tag X abzurufen, denn dann ist alles möglich. Ich persönlich möchte mit meiner Mannschaft den Einzug ins Finale realisieren.

Zum Abschluss noch die Frage betreffend des erstmaligen Heim-Auftritts und die damit einhergehenden besonderen Umstände?

Es wird sicherlich etwas Besonderes erstmalig im heimischen Grünfeld einen solchen internationalen Vereins-Wettkampf bestreiten zu können. Prinzipiell sollte es keine Rolle spielen wo man seine Partien bestreitet, zumal alle Spielerinnen über ausreichend Europapokal- und Länderspielerfahrung verfügen. Allerdings kann es schon sein, dass etwas zusätzlicher Druck entstehen könnte, jedoch hoffe ich, dass die Unterstützung der hoffentlich zahlreich erscheinenden Zuschauer, Freunde und Familie eher dazu beiträgt die Mannschaft zu beflügeln auf dem Weg zum angestrebten Ziel.