Im brasilianischen Pomerode kämpfen die Nationalteams der weibl. und männl. U18 in dieser Woche ab Donnerstag um den Weltmeistertitel im Nachwuchs-Faustball.

Die weiblichen und männlichen Jugend-Nationalmannschaften aus den sieben Nationen Argentinien, Brasilien, Chile, Deutschland, Namibia (nur männl. U18), Österreich und der Schweiz bestreiten vom 17. - 20. April ihre Weltmeisterschaften. Als Ausrichter hat sich der brasilianische Verein Associação Esportiva Floresta bereit erklärt die Wettkämpfe auszutragen. Mit Selina Danuser, Livia Helbling sowie Renée Saethre sind wie schon bei der letztjährigen Europameisterschaften gleich drei Spielerinnen des TSV Jona fixer Bestandteil des zehnköpfigen Kaders.
 

Jonerinnen Dank ihrer Erfahrung ein wichtiger Bestandteil
Die weibliche U18-Nationalmannschaft geht erneut als Aussenseiter ins Rennen und möchte nach dem vierten Rang vor zwei Jahren in Kolumbien nun bei den 5. Weltmeisterschaften der weiblichen Jugend wieder den Sprung auf das Podest schaffen. Obwohl ambitioniert, geben sich die Jonerinnen vorgängig etwas zurückhaltend, da man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ganz abschätzen könne wie stark die Konkurrenz wirklich ist. „Als Mannschaft wollen wir zusammen alles geben, nie den Glauben an uns verlieren und unbedingt ein Medaille erreichen.", so Angreiferin Livia Helbling, welche bereits in Kolumbien zum Team gehörte. Ebenfalls bei der letzten WM dabei war Abwehrspezialistin Renée Saethre, die nun ihren dritten internationalen Grossanlass bestreitet. Die Jonerin konnte ihre spielerischen Fähigkeiten bereits des Öfteren unter Beweis stellen und erhofft sich erneut Platz in der Starting-Five des Swiss Teams. Mit Selina Danuser schaffte es noch eine dritte Spielerin des TSV Jona in das WM-Kader, wobei die Kaltbrunnerin die beiden Nationaltrainer Michael Suter und Rahel Schreiber bereits im letzten Jahr mit ausgezeichneten Leistungen überzeugen konnte und somit ihre Nominierung mehr als rechtfertigte. Alle drei Nachwuchs-Spielerinnen wollen „mit dem jungen, frechen, dynamischen Team viel Spass haben, denn nur so kann auch der sportliche Erfolg erreicht werden".
 

Enorm starke Konkurrenz aus Europa und Südamerika
Wie bereits bei den vergangen vier Austragungen ist auch in diesem Jahr der Konkurrenzkampf im Hauptfeld der Damen enorm und vor allem die beiden grossen Nationen um den amtierenden Welt- und Europameister Österreich sowie den zweimaligen Weltmeister Deutschland sind als Topfavoriten zu nennen. Diese beiden Teams konnten sich in der Vergangenheit jeweils den Weltmeistertitel sichern, wobei es einzig der Schweiz 2006 gelang diese Phalanx mit ihrer Finalteilnahme zu durchbrechen. Im Kampf um die Medaillen darf jedoch auch Brasilien auf keinen Fall vergessen werden sowie die beiden anderen südamerikanischen Mannschaften, welche die vorherrschenden klimatischen Bedingungen zu ihrem Vorteil nutzen wollen. Auf Grund dieses starken Teilnehmerfeldes ist davon auszugehen, dass die Eidgenossinnen sich wahrscheinlich über das Halbfinale für das Endspiel qualifizieren müssen. Dennoch zeigen sich die beiden Nationaltrainer zuversichtlich in Anbetracht der anstehenden Partien, denn „die Spielerinnen haben im Vergleich zum letzten Jahr einen markanten Schritt in ihrer Entwicklung genommen und wenn es gelingt dieses vorhandene Potential in den entscheidenden Momenten abzurufen, dann ist das angestrebte Medaillenziel realistisch.“ Des Weiteren sei der Team-Spirit herausragend, was sich bereits im gemeinsamen Trainingslager in der Türkei vor knapp zwei Wochen offenbarte. Einzig das Leistungsvermögen der drei Südamerikaner stellt die grosse Unbekannte für das Swiss Team dar, denn man wisse momentan nicht allzu viel über diese Mannschaften, weshalb man sich erst vor Ort während der Meisterschaft diesbezüglich ein Bild machen könne.
 

Letztmaliger Vizeweltmeister  mit Joner Unterstützung an der Seitenlinie
Bei der männlichen U18 haben es in diesem Jahr zwar keine Joner Spieler in den endgültigen Kader des amtierenden Europameisters geschafft, aber erneut stammt mit Fabio Kunz der Co-Trainer der Eidgenossen vom TSV Jona. Seit 2010 fungiert der Joner NLB-Angreifer im Betreuerstab des Swiss Teams und coachte zusammen mit Trainer Christian Zbinden das U18-Team sehr erfolgreich bei bisher zwei Weltmeisterschaften (2010 & 2012) und zwei Europameisterschaften (2011 & 2013). Neben dem Gewinn der Silbermedaille bei der letzten WM in Kolumbien stechen vor allem die beiden Titelgewinne bei den vergangenen zwei Europameisterschaften heraus. An diese Erfolgsserie möchte man Idealfall anknüpfen, jedoch musste man altersbedingt den Abgang einiger Leistungsträger verkraften und man müsse abwarten, ob die jungen Spieler diese entstandenen Lücken bereits vollumfänglich schliessen können. Zudem ist es momentan schwierig das tatsächliche Leistungsniveau der tendenziellen Hauptkonkurrenten um Titelverteidiger Brasilien, Dreifach-Weltmeister Deutschland sowie Nachbar Österreich schwer einzuschätzen. „Wir haben ein junges, ausgeglichenes sowie motiviertes Kader und streben sicherlich eine erneute Medaille an“, so Kunz zu den Zielen der männlichen U18. Welche Farbe diese jedoch schlussendlich haben könnte, liegt wohl einzig und allein daran, ob die Eidgenossen wie vor zwei Jahren über sich hinauswachsen können und ihre beste spielerische Leistung während des Turniers abrufen können.