Bei den Europameisterschaften der Damen und Junioren in Tschechien errangen alle sieben Nationalspieler des TSV Jona mit ihren jeweiligen Teams eine Medaille.

Wie bereits im Vorfeld befürchtet, erwiesen sich die beiden grossen Faustballnationen Österreich und Deutschland als etwas zu stark für das junge und in dieser Konstellation noch unerfahrene Swiss Team, sodass man im Halbfinale mit 0:3-Sätzen am späteren Vize-Europameister Deutschland scheiterte. Der anschliessende deutliche Erfolg über Aussenseiter Italien im Spiel um Platz 3 sorgte allerdings dafür, dass die Mannschaft um die Jonerinnen Tina Baumann, Natalie Berchtold, Nicole Münzing sowie Celina Traxler das vorgängig definierte Ziel einer Medaille erreichte. Bei der männlichen U21 konnten die Eidgenossen unter Mithilfe von Yves Baeriswyl und Romano Colombi bis in das Finale vorstossen, mussten sich hier jedoch dem Topfavorit Deutschland geschlagen geben.
 

Joner Frauen mit durchwachsenem Fazit
Die fünf Jonerinnen im Schweizer Kader zeigten über das Turnier her gesehen eine solide Europameisterschaft, wobei in den entscheidenden Momenten jedoch erkenntlich wurde, dass im Gegenzug zu der Konkurrenz bei sämtlichen Schweizerinnen die notwendige Routine und Erfahrung auf internationalem Top-Niveau fehlt. Im Vergleich zur heimischen Schweizer Meisterschaft agieren die Spielerinnen aus Österreich und Deutschland in stärkeren Ligen und besitzen deshalb einen wichtigen physischen und psychischen Vorteil, wenn es zum Ernstkampf kommt. Obwohl man nach der spielerisch guten Vorrunde am Freitag ein wenig enttäuscht sei, dass man es am Samstag nicht ins Finale geschafft hätte, so müsse man auf den positiven Erkenntnissen aufbauen um auch zukünftig mit den beiden Finalisten auf Augenhöhe agieren zu können, so die Traxler, welche während der EM zur Schweizer Hauptangreiferin avancierte. Dem pflichtet auch Abwehr-Spezialistin Tina Baumann bei, welche in der Defensive des Swiss Teams zur Starting-Five gehörte. „Als Team sind wir eine sensationelle Einheit gewesen und haben in der Vorrunde unser Potential gänzlich können abrufen. Leider gelang es uns nicht in der entscheidenden Phase uns noch ein paar Leistungsprozente zu steigern um die realistischen Siegchancen zu nutzen", so Natalie Berchtold rückblickend auf ihren fünften Grossanlass bei den Damen. Die Joner Zuspielerin übernahm während der EM die Rolle des Captains, da Nicole Münzing sich während der Vorrundenpartie gegen Österreich bei einer Abwehraktion unglücklich verletzte und somit nicht mehr eingesetzt werden konnte. Somit blieb der 27jährigen nur die tragische Rolle der Zuschauerin, weshalb es aus ihrer persönlichen Sich auch sehr schwierig sei ein umfassendes EM-Resümee zu ziehen. Debütantin Janine Stoob kam während der Vorrunde gegen Tschechien und Deutschland  sowie im Spiel um Bronze zu ihren ersten Einsätzen in einem Ernstkampf, hadert jedoch ein wenig mit ihrer eigenen Leistung. Obwohl sie ihre vorhandenes Potential nicht gänzlich abrufen konnte, betratet sie die Europameisterschaften als sehr gute Erfahrung und hofft auch zukünftig an solchen Events teilhaben und letztendlich profitieren zu können. Alle Jonerinnen hoffen nun, dass sie sich leistungsmässig noch weiter steigern können und im nächsten Jahr bei der Weltmeisterschaft in Deutschland erneut den Sprung in den definitiven Kader schaffen, um dann allenfalls auf einem Level mit den arrivierten Nationen agieren zu können. Ähnlich sieht es auch Nationaltrainer Stephan Jundt, welcher wie die Spielerinnen ein wenig den verpassten Chancen im Halbfinale nachtrauert, da mit einer Topleistung am Samstag mehr zu erreichen gewesen wäre für die Eidgenossinnen. Die tschechischen Ausrichter, welche erstmalig eine Kontinentalmeisterschaft organisierten, überzeugten die teilnehmenden Nationen mit einer guten Organisation, einer top Sportanlage, einem schönen Rahmenprogramm sowie einer ausgesprochen liebevollen Gastfreundschaft, sodass sich alle Aktiven mehr als wohl fühlten und sich gänzlich auf den Sport konzentrieren konnten.
 

Schweizer Junioren werden Vize-Europameister
Die männlichen U21 gelangte in diesem Jahr dank einer homogenen und kämpferischen Mannschaftsleistung bis in das Finale, musste sich hier aber trotz harten Kampf mit 0:3 Titelverteidiger Deutschland geschlagen geben. Einen gewichtigen Anteil an dieser Silbermedaille hatte der Joner Angreifer Romano Colombi, welcher als Captain sowohl am Service als auch im Rückschlag die Verantwortung übernahm und über das Turnier gesehen eine sehr ansprechende Leistung zeigte. „Wir haben eine sehr überzeugende EM gezeigt und abgesehen von den Partien gegen Deutschland keinen Satz abgegeben. Im Finale haben wir unsere Chancen nicht genutzt und das lag gegen diesen Gegner mit seinen beiden World Games Siegern im Kader einfach nicht drin.“, so Colombi rückblickend auf den Event. Ähnlich sieht es auch Nationaltrainer Elmar Bonetti, welcher die Top-Stimmung im Team lobte und stolz darauf sei, dass man „Deutschland durchaus kitzeln“ konnte. Mit grossem Stolz blickt auch Yves Baeriswyl auf seine erste Europameisterschaft zurück, bei welcher er sein Länderspiel-Debüt feiern konnte. Er überzeugt das Trainerteam mit einer ruhigen und soliden Spielweise so sehr, dass er im Finale in der Mitte des zweiten Satzes auf der Mittelposition eingewechselt wurde. „Es machte unglaublich Spass in so einem wichtigen Spiel zum Einsatz zu kommen und ich denke, dass ich dieses Vertrauen mit meiner Leistung bestätigen konnte.“, so der als Defensivjoker in die EM gegangene Baeriswyl.