Bei den Europameisterschaften errangen drei Nachwuchsspielerinnen des TSV Jona mit der weiblichen U18-Nationalmannschaft den dritten Schlussrang.

Wie bereits im Vorfeld zu erwartet erwiesen sich die beiden grossen Faustballnationen Österreich und Deutschland als zu stark für das junge, unerfahrene Swiss Team, sodass man im Halbfinale mit 0:3-Sätzen am späteren Europameister Österreich scheiterte. Der anschliessende mehr als deutliche Erfolg über Aussenseiter Italien im Spiel um Platz 3 sorgte allerdings dafür, dass die Mannschaft um die Jonerinnen Selina Danuser, Livia Helbling sowie Renée Saethre das vorgängig definierte Ziel einer Medaille erreichte. Bei den männlichen Vertretern konnten die Eidgenossen unter Regie von Co-Trainer Fabio Kunz ihren Titel von 2011 souverän verteidigen.
 

Jonerinnen als Teamstützen und Leistungsträger
Die drei Jonerinnen im Schweizer Kader zeigten über das Turnier her gesehen eine solide Europameisterschaft, wobei jedoch erkenntlich wurde, dass im Gegenzug zu der Konkurrenz bei sämtlichen Schweizerinnen die notwendige Routine und Erfahrung auf internationalem Top-Niveau fehlt. Ein Grossteil der Spielerinnen aus Österreich und Deutschland spielt in der jeweiligen höchsten Damen-Spielklasse und besitzen deshalb einen wichtigen physischen und psychischen Vorteil, wenn es zum Ernstkampf kommt. Obwohl man ein wenig enttäuscht sei, dass man es nicht ins Finale geschafft hätte, muss man mit Bronze zufrieden sein, so die 17jährige Saethre. Dem pflichtet auch Service-Spezialistin Livia Helbling bei, welche im Angriff des Swiss Teams zur Starting-Five gehörte. „Als Team sind wir eine sensationelle Einheit gewesen und hatten auch neben dem Platz viel Spass, denn nur so konnten wir auf ein erfolgreiches Abschneiden bei der EM hoffen.", so die erst 16jährige Helbling rückblickend auf ihren dritten Grossanlass in der U18. Sie hofft nun, dass sie sich leistungsmässig noch weiter steigern kann und im nächsten Jahr bei der Weltmeisterschaft in Brasilien erneut den Sprung in den definitiven Kader schafft, um dann allenfalls gegen die arrivierten Nationen eine Überraschung zu schaffen. EM-Debütantin Selina Danuser konnte die gemachten Erfahrungen nach der Siegerehrung noch nicht gänzlich verarbeiten und war beeindruckt von der Atmosphäre bei den kontinentalen Meisterschaften. „Ich bin so aufgeregt gewesen vor meinem ersten Länderspiel aber nachdem es dann endlich losgegangen ist, war es eigentlich nahezu ein Spiel wie jedes andere.“, so Danuser mit einem kleinen Augenzwinkern rückblickend auf die EM. Auch sie bewarb sich mit ihrem Auftreten schon einmal für die WM im nächsten Jahr bei ihrem Trainerteam, welches die Debütantin auch am Finaltag im Halbfinale und in der Partie um Bronze zum Teil von Beginn an einsetzte. Renée Saethre freut sich jetzt auf das internationale Trainingslager der IFA mit allen teilnehmenden Nationen, denn die Europameisterschaften seien ein genialer Event mit herausragender Organisation und sehr grossen Zuschauerzuspruch gewesen, wodurch die aktive Teilnahme als Spielerin noch eindrücklicher gewesen sei.
 

Schweiz gelingt erstmalig Titelverteidigung
Die männlichen U18 hat es in diesem Jahr dank einer sensationellen und abgeklärten Leistung geschafft erstmals bei einer EM ausserhalb des eigenen Landes den ersten Rang zu belegen und somit auch erstmalig ihren Titel zu verteidigen. Einen gewichtigen Anteil daran auch der Joner Fabio Kunz, welcher als Co-Trainer der Eidgenossen vor allem für die Defensive zuständig ist. „Christian Zbinden (Nationaltrainer) und ich fokussieren uns jeweils auf einen Mannschaftsteil, wobei ich hauptsächlich die Abwehrspieler betreue. Dieses Konzept hat bis jetzt bei den letzten drei Grossanlässen funktioniert und bestätigt unsere Arbeitsweise.“, so Kunz zur Aufgabeteilung im Coaching-Team. Allerdings ist es schwierig in diesem homogenen Team einen einzelnen Erfolgsfaktor hervorzuheben, denn alle Spieler hätten die in sie gesteckten Erwartungen vollumfänglich erfüllt. Über die gesamte Europameisterschaft hinweg sei man die bestimmende Nation gewesen und dies hätten auch ihre Trainerkollegen von den anderen Nationen mehr als einmal bestätigt, weshalb die Titelverteidigung überaus verdient sei. „Ich persönlich sehe die Vorrundenpartie gegen den Gastgeber als entscheidenden Knackpunkt, denn hier lagen wir in allen drei Sätzen jeweils klar in Rückstand, konnten den Spielverlauf dennoch zu einem 2:1-Sieg für uns drehen und die Jungs gewannen dadurch sehr viel Selbstvertrauen.“, analysiert Kunz dem EM-Verlauf.